"Tüten" für die Hospizarbeit

Aktion HSG Tüten für das Hospiz

21. Dezember 2012. Früher Vormittag.

Jasmin und Hannah, Abiturientinnen des Hohenstaufen-Gymnasiums, gehen noch nicht in die Ferien. Sie haben sich vorgenommen, eine Schicht von zwei bis drei Stunden an der Kasse im Wasgau-Markt in der Carl-Euler-Straße zu übernehmen: Sie verpacken den Kunden ihre Einkäufe und freuen sich, wenn diese die Hilfe mit einer kleinen Spende belohnen. Merle ist viel jünger als die beiden anderen und froh, dass sie ein wenig „an die Hand genommen“ wird. Über den Tag hinweg kommen dann immer wieder neue Pärchen oder Dreiergruppen – Deike, Melanie und Zülfiya, Elena und Tim, Cornelia und Lea, Louisa und David – , um ihre Vorgänger abzulösen. Die Jüngste geht in die 10. Klasse, aber alle sind schon „alte Hasen“, was das soziale Engagement angeht.

Sie kennen theoretisch die Aufgabe der Hospizhilfe: Unheilbar kranke und sterbende Menschen werden unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Heimat, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres Glaubens, ihrer religiösen und politischen Anschauungen bis zur Sterbestunde zu Hause begleitet. Eingeschlossen in diese Begleitung sind auch die Familienangehörige und Nahestehende.

Angesichts ihrer Jugend ist ihnen der Gedanke an Sterben und Tod aber noch fern und unwirklich.

"Trotzdem möchten wir helfen. Wir wissen, dass das Budget des Vereins knapp ist, dass Spenden unbedingt nötig sind, um die Arbeit des Vereins zu gewährleisten. Wir schauen auch hin und hören zu, wenn es um diese letzten Fragen geht, auch wenn sie uns (noch) nicht immer unmittelbar betreffen."

Beim Auszählen des Geldes wird deutlich, dass eine ganze Reihe Kunden mehr als nur ein Trinkgeld gegeben haben. 5,-, 10,- und selbst 20,--Euro-Scheine liegen auf dem Schreibtisch im Büro des Supermarktes. Immer wieder haben Kunden die Jugendlichen angesprochen, sie gelobt, dass sie sich für eine solche Sache engagieren, einen Geldschein aus der Börse gezogen. Bis zum späten Nachmittag kommen 720,- Euro zusammen. Die Markleiterin, Frau Schillo, verabschiedet sich von der betreuenden Lehrerin, Frau Merkert: "Die jungen Leute haben sich prima verhalten. Ich musste überhaupt nichts sagen. Alle wussten, was zu tun ist, und waren herzlich und freundlich zu den Kunden. Das können wir wieder machen."

Am Hohenstaufen-Gymnasium ist man sich schon sicher, dass man das wieder machen wird.

Beatrix Merkert, Hohenstaufen-Gymnasium

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